Charlie

In Erinnerung an Charlie, unseren tapferen kleinen Schatz, der trotz aller schlechten Erfahrungen sein Zutrauen in die Menschen nie verloren hat.

Charlie, jetzt bist Du gegangen.
Wir wünschen Dir auf Deinen neuen Wegen alles Gute
– Nie mehr Schnupfen und keine leidige Zahnbehandlung mehr.
Auf dass Du im Regenbogenland endlich so herumtollen kannst,
wie es Dir auf der Erde durch Deine schwere Krankheit nie vergönnt war.

Charlie, als Du zu uns kamst warst Du angeblich über 4 Jahre alt.
Seit Deiner 13. Lebenswoche ein starker Schnupfer – richtig etwas dagegen unternommen hatte man nie.
So war Dein Leiden chronisch und qualvoll geworden.
Die Nase lief permanent, eine üble Zahnfehlstellung machte Dir das Atmen noch schwerer.
Wir konnten den Schaden nur noch begrenzen – und so waren wir mehr als froh als wir merkten, dass die Medikamente Dir Linderung verschaffen konnten.
Dein Zustand stabilisierte sich zusehends.
Du hast jede noch so komplizierte Behandlung mit einer Engelsgeduld über Dich ergehen lassen.
So auch gestern, als wir Dir noch einmal die Zähne kürzen und Deine Nase spülen ließen.

Wir hätten nie gedacht, dass sich Dein Zustand über Nacht so eklatant verschlechtern würde.
Plötzlich bekamst Du keine Luft mehr – alle Versuche Dir zu helfen, schlugen fehl.
Vielleicht warst Du mit Deiner Kraft am Ende.

Kleiner Mann, wir danken Dir sehr, dass wir Dich noch kennen lernen und ins Herz schließen durften.
Wir sind froh, dass Du uns Dein Vertrauen und Deine Freude geschenkt hast.
Wir hoffen, Du konntest in den letzten Wochen noch einmal erahnen, was Aufmerksamkeit und Zuwendung bedeuten.

Wir werden Dich nicht vergessen und können immer noch nicht fassen, dass wir Dich für immer verloren haben.
Wir wollten warten mit einem Fotoshooting, bis es Dir besser geht. Nun haben wir nur dieses kleine Kleinanzeigen-Foto und die Erinnerung in unserem Herzen an Dich tapferen kleinen Schatz.
 

Charlie

Über ihn: Farbzwerg in Creme
Männlich
Geboren: unbekannt, angeblich 2005
Eingezogen am: 17.07.2009
Kastriert: schon länger her
Eingeschlafen am: 18.08.2009


Die Medikamente brachten rasch Linderung und Charlie bekam deutlich besser Luft. Wir ließen seine Zähne kürzen, damit er besser fressen konnte. Aber der Eiter saß so furchtbar fest. Wer weiß wie alt Du wirklich warst. Wie lange Du schon mit diesen Schmerzen und Atemnöten leben musstest. Auch die Knochen seiner Nasenhöhlen waren schon geschädigt. Am 17.08. waren wir noch einmal beim Tierarzt und ließen seine Zähne kürzen. In der folgenden Nacht ging es ihmsehr schnell deutlich schlechter. Am nächsten Morgen war er so schwach, dass er nicht mehr fressen konnte. Seine Schleimhäute waren ganz blass und er stand kurz vorm Kreislaufkollaps. Wir haben versucht, den Eiter aus den Nasengängen zu holen mit Spülungen und Inhalation. Aber er hatte keine Kraft mehr. Letztlich ist er erstickt. Es ging plötzlich ganz schnell. Wir konnten ihm nicht mehr helfen.
Seine Vorgeschichte: Charlie wurde über eine Kleinanzeige abgegeben, weil seine Partnerin verstorben war und er sich mit den anderen beiden Kaninchen nicht verstand. In der Beschreibung stand, er hätte eine Zahnfehlstellung und würde daher etwas Schnupfen haben und tränende Augen.
Als wir das Kaninchen abholten traf uns fast der Schlag. Charlie war völlig abgemagert, der Eiter lief ihm in Strömen aus der Nase. Er nieste so schlimm, dass man das Gefühl hatte, es würge ihn regelrecht so wie bei einem starken Hustenreiz beim Menschen. Der Kleine stank fürchterlich nach dem Eiter und bekam zum Abschied noch ein paar Joghurt-Drops. Die Besitzerin erzählte uns, er hätte den Schnupfen seit seiner 13. Lebenswoche.
Charlie bekam bei uns sofort Chloromycetin, Nasenspülungen und wurde täglich mehrmals gepäppelt. Die furchtbaren Würgereize ließen nach ein paar Tagen nach, die Haare um die Augen wuchsen wieder und er wirkte merklich fitter. Nach einer Woche konnte er seinen Päppelbrei alleine fressen und hin und wieder an einem Möhrchen knabbern. Seine Zähne wurden leicht korrigiert, jedoch hat er ein schlechtes Gebiss und musste daher regelmäßig kontrolliert werden.