Notmeerschweinchen in Berlin

Abgabebedingungen

Wir freuen uns, dass Sie auf unsere Notmeerschweinchen aufmerksam geworden sind.

Wenn Sie sich für einen oder mehrere unserer Schützlinge interessieren, nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit, und machen sich mit den Bedingungen vertraut, unter denen wir unsere Tier vermitteln. Es kostet Sie nur einen Augenblick, aber vereinfacht in der Regel die weitere Vermittlung und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Keine Einzelhaltung

Meerschweinchen sind gesellige Tiere. Einzelhaltung von Meerschweinchen ist Tierquälerei. Daher werden unsere Notmeerschweinchen niemals in Einzelhaltung abgegeben, sondern nur in ein Zuhause, wo sie mindestens einen Spielkameraden ihrer Art, sprich: ein anderes Meerschwein, haben werden. Idealerweise sollten die Meeris in einer Gruppe leben, die sich aus einem Kastraten mit mehreren Weibchen zusammensetzt, da sie auch in der Natur in vergleichbaren Sippen leben.
 

Keine Vermittlung als alleinige Gesellschaft zu einem Kaninchen

Ein Meerschwein ist kein geeigneter Partner für ein Kaninchen. Meerschweinchen sind Nagetiere und Kaninchen gehören zu den Hasenartigen. Diese beiden Arten sprechen eine völlig unterschiedliche Sprache, und der Ärger ist sozusagen vorprogrammiert. Während Meeris eher gesprächige Tiere sind, die den ganzen Tag drauf los plappern und sich mitteilen, sind Kaninchen eher still und geben Geräusche nur in Gefahr von sich, beispielsweise um zu drohen. Somit kann eine Kommunikation zwischen den beiden Arten nicht funktionieren, da diese zwingend zu Missverständnissen auf beiden Seiten führen muss. Die Behauptung, dass beide Arten gut miteinander harmonieren würden, ist absolut falsch. Es sind zwar beides Gruppentiere, jedoch kuscheln Meerschweinchen nur selten, während Kaninchen das praktisch ununterbrochen machen. Auch die gegenseitige Körperpflege ist bei Kaninchen um ein Vielfaches häufiger zu beobachten als bei Meerschweinchen. Daher sind Kaninchen, wenn sie alleine mit einem Meerschweinchen gehalten werden, mitunter recht aufdringlich. Des weiteren sollte klar sein, dass ein unkastrierter Rammler nichts in der Nähe von Meerschweinchen zu suchen hat. Das Vorurteil des "sich prima verstehens" hält sich allerdings hartnäckig und wird leider von vielen Zoogeschäften, für die der finanzielle Profit nach wie vor an erster Stelle steht, auch weiterhin geschürt.

Keine Meerschweinchen in die alleinige Obhut von Kindern

So sehr wir es begrüßen, dass Kinder mit Tieren aufwachsen sollen, beispielsweise um Verantwortung zu übernehmen, desto mehr appellieren wir an die Eltern, die Kinder nicht mit den Tieren allein zu lassen. Ein Kind kann niemals allein die Verantwortung und Pflege für ein Haustier übernehmen. Es braucht die Hilfe der Eltern – sei es beim Saubermachen, bei gesundheitlichen Fragen und allem anderen. Zu uns in die Notstation kommen immer wieder Tiere, bei denen uns gesagt wird: Wir hatten sie für die Kinder angeschafft, aber jetzt haben sie kein Interesse mehr an den Tieren. Auch hier ist es unserer Meinung nach die Aufgabe der Eltern, zu zeigen, dass die Verantwortung nicht einfach abgegeben werden sollte. Besprechen Sie daher mit ihren Kindern im Vorfeld, was es bedeutet, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Meerschweine sehen vielleicht wie Kuscheltiere aus, aber es sind Fluchttiere, die um einiges lieber durch die Gegend flitzen, als sich knuddeln zu lassen. Wer Meerschweine aufnimmt sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Tiere bei guter Gesundheit und entsprechender Pflege durchaus ein Alter von 6-8 Jahren erreichen können.
Vielleicht möchten Sie sich vor der Anschaffung zusammen mit ihrem Kind die Zeit nehmen und sich auf folgender Seite gemeinsam über Ihre neuen Mitbewohner informieren. Die Seiten sind speziell für Kinder gemacht und auch für Erwachsene ein kurzweiliges und informatives Lesevergnügen.


Keine Vermittlung in zu kleine Käfige

Unsere Tiere werden nicht in handelsübliche 100er Käfige vermittelt. Der Platz wäre definitiv zu klein für zwei Meerschweine. Die Mindestanforderung ist ein 120er Käfig mit täglich mehrstündigem Auslauf. Wenn bei den Vermittlungstieren zusätzlich dabei steht, dass sie viel Platz brauchen, sollte der Käfig nicht unter 1,40m lang sein für zwei Tiere. Mehrstündigen Auslauf sollten die Tiere trotzdem täglich bekommen. Beim Thema Käfiggestaltung gilt die Devise: es muss nicht immer teuer sein. Man kann beispielsweise auch durch das Zusammenstellen von Kaufkäfigen Platz für die Tiere schaffen. In viele Käfige lässt sich leicht eine zweite Ebene einziehen, im Anschluss an die Käfige lässt sich mit einer PVC Unterlage und einigen Decken darüber schnell ein Auslauf basteln. Sie werden sehen: ihre Meerschweinchen werden sich darüber freuen.

Kein getreidehaltiges Trockenfutter

Viele Meerschweinhalter füttern ihre Tiere mit handelsüblichem Trockenfutter. Dazu sollte man wissen, dass dieses Futter zumeist sehr fetthaltig ist und Zucker enthält und der Rohfaseranteil viel zu gering ist. In diesen Futtermischungen sind oft auch jede Menge Getreidekörner enthalten. Alle Getreidearten enthalten sehr viel Fett und sind daher ungeeignet. Auch beim Kauf von Heu sollte man darauf achten, dass kein Getreide dabei ist. Bei Leckerlis und Knabberstangen sollte man sich die Inhaltsstoffe ansehen, in den meisten Fällen ist auch hier Zucker drin. Die Folge ist, dass die Tiere es gerne essen (so wie wir Schokolade) und dabei weniger Heu aufnehmen, weil sie schneller satt sind. Das Heu brauchen sie jedoch um die Backenzähne abzunutzen und für eine gesunde Verdauung. Tiere, die vorwiegend Trockenfutter bekommen, sind daher häufiger Zahnpatienten und übergewichtig.
Unsere eigenen Tiere bekommen ebenso wie die Nottiere überhaupt kein Trockenfutter. Bei schwangeren bzw. säugenden Weibchen sowie Jungtieren und Tieren, die völlig abgemagert bei uns ankommen, füttern wir Hafer- oder Erbsenflocken sowie getreidefreie Pellets zu.
Unsere Tiere bekommen ausschließlich Heu (dass ihnen ständig zur Verfügung steht, normalerweise frisst ein erwachsenes Meeri pro Tag ca. zwei große Hände voll), Möhre, Gurke, Fenchel, Sellerie, Tomate, Paprika und anderes Frischfutter. Um die Schneidezähne abzuwetzen, bekommen sie Obst- und Birkenzweige (ungespritzt!), was gleichzeitig eine gute Beschäftigung für die Tiere ist. Hartes Brot ist ungeeignet, da es auch aus Getreide hergestellt wird.

Wenn Sie sich für einen unserer Zöglinge interessieren, wäre es im Sinne des Tieres wenn es auch nach seinem Umzug in das neue Zuhause wie gewohnt gefüttert würde. Radikale Umstellungen können zu schweren Verdauungsstörungen führen, die wir dem Tier ersparen möchten.
Wir wissen, dass es auch Tierhalter oft einiges an Überwindung kostet, Fütterungsgewohnheiten zu ändern, möchten jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine heubasierte Ernährung mit vitaminreichem Frischfutter den Tieren am besten bekommt und man somit komplett auf Trockenfutter verzichten kann. Diese Meinung ist weiter verbreitet, als Sie vielleicht bislang angenommen haben und wird von vielen Meerschweinhaltern sowie einigen anerkannten Kleintierärzten vertreten.